Hauptstufe
Das Küken-Projekt Drucken E-Mail

 

 
 
Im zweiten Schulhalbjahr 2008/2009 fand in der Klasse M6 ein viermonatiges
Küken-Projekt statt. Die Schüler und Schülerinnen konnten im Klassenzimmer
den Reifungsprozess der Hühnereier und das Schlüpfen der Küken beobachten.
 
Die längerfristige Unterbringung der Tiere in Schulnähe ermöglicht den Schüler und Schülerinnen, die weitere Entwicklung der Küken mitzuverfolgen.
 
Aus dem Projekt ergab sich ein vielfältiges Fragen-, Themen- und Lernzielspektrum für einen experimentellen und fächerübergreifenden Unterricht ( BK und Deutsch: Lesen und Besprechen des Kinderbuches „Das schönste Ei der Welt“ von Helme Heine)
 
 

Unterrichtsinhalte und Lernziele

 
Soziale Lernziele: 
  • Pflege und Verantwortung bezüglich der Eier, Küken sowie den
heranwachsenden Hühnern übernehmen 
  • Vereinbarte Regeln für die Pflege und Versorgung einhalten 
 
Ei-Experimente zu folgenden Fragen:
 
1.           Wie hart ist die Schale eines Hühnereies?
2.           Warum gibt es eine Eihaut ? Wie sieht sie aus? Wie stabil ist sie?
3.           Wieso gibt es im Ei eine Luftkammer?
4.           Wie kann ich die Lage der Luftkammer bei einem hart gekochten Ei erkennen?
5.           Wie erkenne ich ein hart gekochtes wie ein rohes Ei?
 
 
Unterrichtsthemen begleitend zum Brutprozess:
 
Aufbau eines Hühnereies.
  • Wieso gibt es im Ei kein Rührei?
Hühnerhaltung.
  • Warum schlüpft aus dem Supermarkt-Ei kein Küken.
Das Ei als Lebensmittel
  • Welche Gerichte und Speisen kennen wir, die mit Eiern zubereitet werden?
  
Fragen begleitend zur Entwicklung der Küken: 
  • Welches unserer Küken wird ein Hahn oder eine Henne ?
  • Wie sehen die Körperteile der Henne und des Hahnes aus und wie werden sie benannt?
  • Was ist eine Glucke? 
  • Welche typischen Verhaltensweisen legen Hühner an den Tag? 
  • Wie macht das Huhn die Schale um das Ei? 
  • Was sagt die Farbe des Dotters über die Ernährung des Huhns aus? 
  • Wer sind die Feinde des Huhns? 
  • Warum ist auf dem Supermarkt-Ei ein Stempel? Was bedeutet er? 
 

 

 
Das Kükentagebuch
 
 
 
Montag 20. April und Dienstag 21. April
 
Gemeinsam mit der Klasse M4 legen wir insgesamt 20 Eier in den Brutapparat.
Damit sich die Küken gut entwickeln können muss der Brutapparat
immer eine Temperatur von 38,3(!) Grad haben.
Für ein erfolgreiches Brüten müssen wir täglich Wasser in den Brutkasten füllen, um ein feuchtes Klima zu erzielen, sowie täglich die Eier lüften und drehen.
In 21 Tagen sollten die Küken schlüpfen – wir freuen uns darauf!
 
 
Montag 11. Mai
 
Es ist so weit!
Am Vormittag legen wir das erste angepickte Ei in den durchsichtigen Brutkasten, um das Schlüpfen besser beobachten zu können. Am Nachmittag kommt ein zweites angepicktes Ei dazu.
 
 
 
Dienstag 12. Mai
 
Das erste Küken ist da! Es ist in der Nacht geschlüpft. Es kam aus dem zweiten angepickten Ei. Die Schüler geben ihm den Namen „Tommy“. „Tommy“ ist schwarz, hat einen weißen Hals und einen weißen Puschel.
 
Das „ erste Ei“ kämpft immer noch !
 
Das Küken schlüpft um 10.40 Uhr aus dem Ei. Es hat 24 Stunden dazu gebraucht. Wir konnten gut beobachte, wie anstrengend das Schlüpfen für das Küken sein kann.
Das Küken hat einen grauen Flaum. Es darf noch nicht zu „Tommy“ in den Käfig, da es noch keinen trockenen Flaum hat.
 
Wir legen zwei weitere angepickte Eier in den Brutkasten.
 
 
Mittwoch 13. Mai
 
Tommy ist leider gestorben. Die Schüler sind traurig und stellen Überlegungen an.
Sie vermuten, dass das Küken vielleicht nicht richtig gefressen oder getrunken hat, dass es vielleicht zu viel Stress hatte oder dass es nicht stark genug war.
 
Die Schüler möchten, dass das graue Küken in Erinnerung an das erste „Tommy II der Frechdachs“ heißt.

 

Über Nacht sind zwei weitere Küken geschlüpft. Beide sind wunderschön gelb.
Die Schüler stellen fest, dass sie endlich genauso aussehen wie in unseren Büchern!
 
Zwei weitere Eier sind bereit für den durchsichtigen Brutkasten.
Leider haben wir nur bis 12 Uhr Schule, so dass wir den Prozess nicht weiter verfolgen können.
 
 
Donnerstag 14 Mai
 
Die Küken sind geschlüpft. Ein gelbes und ein schwarzes.
Wir setzen alle fünf Küken in den Käfig. Die Schüler beschweren sich, dass die Küken „ganz schön laut sind“.
 
Freitag 15. Mai
 
Das zuletzt geschlüpfte Küken ist gestorben. Es war von Anfang an etwas schwach.
 
Wir haben nun vier Küken – aber die sind ganz schön proper!!
Die zwei gelben Küken nennen wir „Hanni“ und „ Nanni“, weil sie wie Zwillinge
kaum zu unterscheiden sind. Das Schwarze bekommt den Namen „Jerry“.
 
 
Montag 18.Mai
 
Die restlichen Eier, die nicht angepickt sind werden nun „entsorgt“. Durch die „Schüttelprobe“ können wir jetzt feststellen, ob die Eier befruchtet waren.
 Einige waren offensichtlich nicht befruchtet. Weshalb aus den anderen Eiern nichts geworden ist, wissen wir nicht genau. Wir vermuten, dass es daran liegt, dass letzte Woche der Brutkasten über mehrere Stunden nicht richtig geschlossen war und somit die Eier ausgekühlt sind.
 
 
 
Dienstag 19. Mai
 
Heute dürfen die Küken zum ersten Mal nach draußen !
 
Patrick, Laura und Herr Müller haben letzte Woche ein kleines
Gehege für unsere Küken gezimmert. Jetzt gehen wir raus und setzen
die Küken zum ersten Mal in die Wiese. Mal schauen, wie sie sich verhalten.
 
Mittwoch 20. Mai
 
Letzter Schultag vor den Pfingstferien.
Wir haben gemeinsam beschlossen, dass wir nach den Ferien mit unserem Küken-Projekt fortfahren. Jetzt wird es nämlich spannend zu beobachten aus welchem Küken ein Hahn oder eine Henne wird, wie sich Hühner verhalten und wie sie sich verändern. Für die Pfingstferien wurde eine „Kükenpflegestelle“ gefunden.
 
Nach den Ferien kommen die Küken in das Hühnerhaus der Gärtnerei Heubach, die unweit der Schule ist. Da können wir die Küken jederzeit besuchen, beobachten und natürlich auch füttern sowie den Stall ausmisten.
 

 

Herzlichen Dank an:
  • Herrn Steffen Kenk ( Althausen ) und an die Hundefreunde Assamstadt in der Nähe von Bad Mergentheim, die uns durch die Bereitstellung ihrer Gerätschaften das Küken-Projekt ermöglicht haben. Außerdem hat uns Herr Kenk noch eine wunderschöne Sammlung an verschiedenen Eiern (Entenei, Zwerghuhnei, Nanduei...),Arbeitsblätter, Plakate, Lieder und Gedichte zum Thema Ei-Küken-Huhn zur Verfügung gestellt. 
  • Herrn Bernhard Heubach der uns sein Hühnerhaus mit Auslauf auf seinem Gärtnereigelände am Zollberg (unweit unserer Schule) bis zu den Sommerferien zur Verfügung stellt. 
  • das Ehepaar Laux im Scharnhauser Park, die unsere vier Küken in ihrer Wohnung während der Pfingstferien liebevoll betreut und gehegt haben. 
  • meine KollegInnen, Herr Müller, Frau Barz, Frau Jonaz-Kugler und Frau Reulecke, die mit mir das Projekt mitgetragen haben. Sie waren sehr engagiert bei der Suche nach einer Unterkunft für die Hühner, haben mir den ein oder anderen Wochenendpflegedienste gerne abgenommen, sowie mit körperlichem Einsatz beim Ausmisten des großen Hühnerstalls bei Heubachs geholfen und ein Hühnergehege gezimmert.